Glaspaläste und Holzbaracken

Die Bahnhöfe der Welt spiegeln das Lebensgefühl der Reisenden

Mit der Erfindung der Eisenbahn ging die Schaffung von festen Orten einher, an denen ein- und ausgestiegen werden konnte. Und da hier in der Regel viele Menschen zusammenkommen und wartend verweilen, entwickelten sich diese Stationen nach und nach zu bedeutenden Treffpunkten. Vor allem in Europa, später auch in der Neuen Welt, waren sie alsbald auch Zeugnisse der Baukunst ihrer Epoche.

In dem Bildband „Die Bahnhöfe der Welt“ beschreibt Martin Weltner „spektakuläre Hauptbahnhöfe“ und „erstaunliche Provinzstationen“ auf allen Kontinenten. Während die aus den Anfängen der Eisenbahngeschichte noch erhalten gebliebenen Gebäude durchaus als sehenswerte Baudenkmäler gelten können, so liegt das Faszinosum der modernen Anlagen in ihrer Funktionalität.

Anderswo haben unrentable Bahnstrecken dazu geführt, dass es mancherorts keine Bahnhofsgebäude mehr gibt oder ihr trostloser Zustand davon zeugt, welche unbedeutende Rolle der Zugverkehr hier spielt. In weiten Teilen Afrikas war das zum Beispiel nach dem Ende der Kolonialzeit der Fall.

Somit ist „Bahnhöfe der Welt“ auch ein Geschichtsbuch. Sagt doch der Stellenwert des Schienenverkehrs eine Menge über den Entwicklungsstand eines Landes aus.

Martin Weltner, Bahnhöfe der Welt, GeraMond Verlag GmbH, München 2020. ISBN 978-3-96453-083-7, 191 Seiten, 39,99 Euro.

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